11.01.2018

von Stiftung Warentest B° RB

Meltdown & Spectre

Stiftung Warentest. Sicher­heits­lücken Meltdown & Spectre: Update drosselt die Leistung kaum

Stiftung Warentest

Microsoft und Apple haben ihre Betriebs­systeme gegen die prozessorbe­dingten Schwach­stellen Meltdown und Spectre gerüstet. Wind­ows, MacOS und iOS spielen Updates ein. Zuvor befürchteten viele Nutzer, dass solche Updates die Leistung von Notebooks, Ultra­books, Convertibles und Tablets stark beein­trächtigen könnte. Die Unter­suchung der Stiftung Warentest zeigt: Das ist erfreulicher­weise kaum der Fall.

Private Rechner nicht wesentlich lang­samer

Mobile Computer werden durch die Sicher­heits­updates gegen Meltdown und Spectre nicht wesentlich lang­samer. Die Stiftung Warentest hat 12 neuere Geräte untersucht: Notebooks, Ultra­books, Convertibles und Tablets mit neueren Intel i5, i7 oder A10X-Prozessor. Durch Benchmark-Tests und rechen­intensive Foto- und Video­bearbeitung ermittelten die Tester die Geschwindig­keit derRechner vor und nach dem Sicher­heits­update. Beruhigendes Ergebnis: Privat­anwender haben bei aktuellen Geräten durch das Update keine signifikanten Leistungs­einbußen zu befürchten.

Sicher­heits­lücke im Prozessor

Die Sicher­heits­updates sind nötig, um die jüngst bekanntgewordenen Schwachstellen in den Prozessoren von Intel, AMD und ARM zu schließen. Google-Forscher skizzierten zwei mögliche Angriffs­szenarien mit den Namen Meltdown und Spectre, bei denen Angreifer Zugriff auf Daten im Cache-Speicher erlangen (ausführ­liche Hintergrundinfos zu Meltdown und Spectre in eng­lischer Sprache). So ließen sich auch Pass­wörter und Zugangs­daten zu Onlineaccounts entwenden. Da sich der Aufbau der Prozessoren nicht mehr korrigieren lässt, reagieren die Anbieter der Betriebs­systeme mit Software­updates, um Angriffe zu erschweren.

Update für Wind­ows

Microsoft hat am 3. Januar ein Notfall-Update für Wind­ows 10 veröffent­licht, das in der Regel auto­matisch einge­spielt wird. Erste Update­versuche scheiterten mitunter an installierten Sicherheitsprogrammen. Dieses Problem sollte inzwischen behoben sein. Unseren Testern jedenfalls gelang das Einspielen des Updates von Wind­ows 10 – und es macht die Notebooks, Ultra­books, Convertibles und Tablets im Test nicht spür­bar lang­samer.

Tipp: Prüfen Sie den Update­verlauf auf Ihrem Rechner in der Wind­ows Systemsteuerung. Dort können Sie Updates auch manuell suchen und installieren lassen. Empfehlens­wert ist die Einstellung von auto­matischen Updates. Wind­ows 10 Home installiert Updates immer auto­matisch.

Update für iOS und Mac OS

Apple hat bereits Ende 2017 auf die bekannt­gewordenen Schwach­stellen reagiert. Erste Abwehr­maßnahmen gegen Meltdown sind in folgenden Updates einge­baut: iOS 11.2.1 und MacOS 10.13.2. Das Test­labor der Stiftung Warentest hat verschiedene Applegeräte auf diesen Stand gebracht und ihre Geschwindig­keit erneut untersucht. Ergebnis: Das getestete iPad Pro 12,9 läuft mit A10X-Prozessor und iOS 11.2.1 ähnlich schnell wie mit der älteren iOS-Version. Auch bei den MacBooks Pro 13-Zoll mit i5 Prozessor und 15-Zoll mit i7-Prozessor macht sich das System-Update 10.13.2. nicht störend bemerk­bar. Inzwischen bietet Apple weitere Updates an, die auch die Spectre-Lücke einschränken sollen. Weitere Infos bei Apple:

https://support.apple.com/de-de/HT208401

https://support.apple.com/de-de/HT208397

Server deutlich lang­samer

Die Betreiber von Wind­ows-Servern sollten die Auswirkungen der bereit­stehenden Sicher­heits­updates gegen Meltdown und Spectre genauer prüfen. Microsoft-Vize­präsident Terry Myerson hält bei Servern deutliche Leistungs­einbußen für möglich, berichtet das Technikportal heise.de. Auch bei älteren Systemen Wind­ows 7 und Wind­ows 8 könne die Leistung laut Microsoft sinken. Das beträfe dann auch private Anwender. Der Prozessor­hersteller Intel hat weitere Sicher­heits­update auch für ältere Systeme angekündigt.

„Wind­ows Server“ heißt das Server-Betriebs­system der Firma Microsoft. Server sind Computer, die im Netz­werk Dienste wie Daten­banken, Rechen­leistung oder Dateien für Einzel­rechner zur Verfügung stellen. Sie sind vor allem geschäftlich im Einsatz, für Musik und Videos aber auch in privaten Netz­werken.

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